Bausand an die Alte Oder gekippt

Oderberg - Am Freitag wurden mindestens zwei Ladungen Sand am Ufer der Alten Oder nahe des Sportplatzes der FSV Kickers Oderberg abgekippt. "Wir waren sehr schockiert, dass Unmengen von grauem, hässlichem Bausand direkt ans Ufer abgekippt wurden", berichtet Anwohnerin Claudia Weimar der Oderberger Zeitung. Keiner der Anwohner sei darüber informiert worden, warum schwere Baulaster direkt ans Ufer fuhren und die graue Masse dort abluden.

Die beiden Sandhaufen am Ufer der Alten Oder am Dienstag. Bild: pvk


Vor Ort sind mindestens zwei Haufen Sand zu sehen. Auch die Reifenspuren der Baufahrzeuge waren am Dienstag im märznassen Boden noch gut erkenntlich. "Wir haben keine Kenntnis von einer Lagerung oder einer Baumaßnahme", sagte ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Amt Britz-Chroin-Oderberg gegenüber dieser Zeitung. Auch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes reagierte auf die Anfrage irritiert und versicherte, dass auch keine Maßnahme des WSA Eberswalde an dieser Stelle geplant sei. Am Dienstag wollten Ordnungs- und Bauamt der Sache weiter auf den Grund gehen.

Sand möglicherweise aus dem Pipelinebau

Nach Informationen der Oderberger Zeitung könnte es sich um Bausand handeln, der im Zuge des Ausschachtens der Pipeline "EUGAL" nahe des Bardin aus dem Boden geholt wurde. Erst vor wenigen Tagen hatte der Verein Perspektive Oderberg e.V. im Stadtentwicklungsausschuss darüber berichtet, dass die Baufirma Bohlen&Doyen GmbH den Sand gern spenden würde, anstelle ihn abzufahren und kostenpflichtig zu entsorgen. Wir berichteten.

Auf Anfrage sagte die Vereinsvorsitzende Heike Fröhlich, dass sie von der Ablagerung des Sandes vor Ort wisse. Ob dies direkt oder indirekt mit dem von der Perspektive vorgeschlagenen Rastplatz mit Badestelle an der Alten Oder zu tun habe, wollte sie nicht bestätigen. "Wir befinden uns hierzu in Prozessen und Absprachen, die nicht direkt öffentlich gemacht werden müssen," sagte Fröhlich in einem Telefonat am Dienstag.

Bei der letzten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung der Stadt Oderberg war ein Rastplatz für Wanderer an der Stelle vorgeschlagen worden, um so die Ufer der Stadt für Besucher, Touristen und Einheimische zu erschließen. Auch ein Lager für den Krautschnitt aus der Alten Oder sei dort oder gegenüber auf der zum Teil als Weidefläche genutzten Halbinsel denkbar. Die Ausschussmitglieder und Vertreter der Amtsverwaltung hatten damals darauf verwiesen, dass der Sand für eine Nutzung einerseits bestimmte Gütekriterien erfüllen müsse und andererseits eine Lagergenehmigung durch den Landkreis einzuholen sei.
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Oderberger Zeitung
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Der Autor des Beitrages befindet sich in einer anderen Sache mit der benannten Baufirma in einem Rechtsstreit, weshalb kein Statement zur Sache von der Firma eingeholt werden konnte. Dennoch wird versucht, die Rolle der Firma neutral und objektiv dazustellen.

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