Krautlager oder Rastplatz an der Alten Oder

Oderberg - Gleich mehrere Pläne gibt es für die Entwicklung des Ufers der Wriezener Alten Oder. Wie auf der letzten Sitzung des Stadtentwicklungssausschusses diskutiert wurde, reichen die Vorschläge von Lagerflächen für die Wasserwirtschaft bis hin zu einem Rastplatz für Wanderer mit kleiner Badestelle. "Die Ufer bieten der Stadt ein wundervolles Potential, das zur Zeit nur von Anglern und wenigen Freizeitkapitänen genutzt wird," sagte die Vorsitzende des Vereins Perspektive Oderberg e.V., Heike Fröhlich, in der Sitzung. Der Verein hat ein Projekt zum Aufbau eines Rastplatzes an der Wasserstraße entwickelt.

Bereits vorhanden: Der Wasserwanderrastplatz Oderberg. Bild: Flusinfo.net


"An der Alten Oder gab es sogar eine Badeanstalt, die aber in den 1970er Jahren zerfiel," so Fröhlich weiter. Zwar sei nicht der Neuaufbau einer solchen Institution geplant, aber eine Möglichkeit zum Baden fänden die Vereinsmitglieder sehr attraktiv. Zusammen mit einer Sitz- und Rastmöglichkeit, der Badegelegenheit und einer Informationstafel wäre auch die Aufstellung von Toiletten denkbar. Da sich diese dann in direkter Nachbarschaft zum Fußballplatz der FSV Kickers Oderberg befänden, sei auch eine gemeinsame Nutzung denkbar.

Krautlager noch ohne konkreten Standort

Doch auch ein anderes Projekt will an fast gleicher Stelle umgesetzt werden. Es geht um die Errichtung eines Krautlagerplatzes, dessen Konzept vom Auschussvorsitzenden Dietrich Brandenburg vorgestellt wurde. Der Lagerplatz hat bisher noch keinen festen Standort. Doch der Platz gegenüber der ehemaligen Badeanstalt, auf der Halbinsel, sei momentan der Favorit der Planer. Auf dem Platz sollen die Wasserpflanzen gelagert werden und verrotten, die etwa zweimal jährlich aus der Wriezener Alten Oder herausgeschnitten werden, um die Wasserstraße bis zur Bralitzer Brücke für jedermann und bis Schiffmühle für Anlieger sowie weiter für Paddler schiffbar zu halten.

Bislang wird das Kraut auf unbefestigtem Boden gelagert, was dazu führt, dass die beim Verrotten freigesetzten Nährstoffe wieder in den Wasserlauf gelangen und das erneute Wachstum von Unkraut begünstigen. Bedenken gibt es von einigen Anliegern, dass der Krautlagerplatz mit einer erheblichen Geruchsbelästigung einhergehen könnte. Planungen und Zahlen dazu, wurden in der Ausschusssitzung jedoch nicht vorgelegt.

Im Ausschuss kam außerdem zur Sprache, dass es bereits einen Wasserwanderrastplatz gebe und ein weiterer Rastplatz an der Alten Oder daher vielleicht gar nicht notwendig sei. Andere Bedenken gehen dahin, dass eine Badestelle auch gesichert werden müsse. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde habe nach Auskunft von Heike Fröhlich indes kein Problem mit dem Wasserzugang, so lange eine Behinderung der Berufsschifffahrt auf dem unmittelbar anliegenden Oder-Havel-Kanal ausgeschlossen werde. Bedenken kamen auch von anwesenden Investoren Dennis und Patrick Wieprecht, die das naheliegende Areal Flur 8, Flurstücke 777 und 780 zwischen der Freienwalde Straße und der Alten Oder mit modernen Kleinhäusern und als touristische Fläche entwickeln wollen. Der Ausschuss hat zu beiden Projekten zunächst keine Beschlüsse gefasst.
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pvk
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Oderberger Zeitung

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