Oderbrücke Bienenwerder wird wiederbelebt

Oderberg - Die längste Brücke über den Grenzfluss Oder soll wiederbelebt werden. Das zuständige Amt Oderaue-Barnim schrieb unlängst die Bauleistungen für die Sanierung des Bauwerks aus. Die über 800 Meter lange Konstruktion zwischen Oderaue und dem polnischen Sierkiki soll nach den Unterlagen zu urteilen im Frühjahr 2021 wieder für Radfahrer und Fußgänger passierbar sein.



Mit der Sanierung gehen umfangreiche Arbeiten in den Bereichen Wasserbau, Stahlbau, Maurerarbeiten, Korrosionsschutz und Gleisbau einher. Im Zuge der Maßnahmen soll die jetzige Eisenbahnbrücke, die ein Gleis über die Oder führt, zu einer reinen Verbindung für Fußgänger mit einem Radweg umfunktioniert werden. Da die Gleiskörper sowohl auf polnischer als auch auf deutscher Seite abgebaut sind und die Strecke bereits in den 1980er bzw. frühen 1990er Jahren stillgelegt wurde, ist eine Reaktivierung der Strecke von keiner Seite angedacht. Auch die Nutzung als Draisinenbahn stand nur kurzzeitig im Raum. Gut 300 Meter Gleis sollen aber liegen bleiben und vor allem für Instandhaltungsarbeiten genutzt werden können.

Das jetzige Bauwerk entstand 1957 als Eisenbahnbrücke mit hauptsächlich militärischer Nutzung, nachdem an gleicher Stelle eine kombinierte Eisenbahn- und Fußgängerbrücke 1944 gesprengt worden war. Auch nach dem Wiederaufbau Ende der 1950er Jahre blieb die Strecke schwach frequentiert. Reisezugverkehr zwischen den beiden Ländern fand hier nach unterschiedlichen Darstellungen bereits seit 1972 nicht mehr statt. Der Güterverkehr war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls bereits eingestellt. Die Bienenwerder-Brücke und Totgleise zu einer im Kriegsfall zu bauenden Schwimmbrücke unter dem Decknamen "Objekt 83"sollten vornehmlich die Heranführung polnischer und sowjetischer Truppen an eine norddeutsche Front sicherstellen.

Die Brücke soll auch in Zukunft nicht für den Autoverkehr geöffnet werden. Vielmehr soll die Brücke in das regionale und überregionale Radwegenetz geplant. Firmen können sich auf die Ausschreibung noch bis in den November hinein bewerben. Die ersten Bautrupps sollen dann im März kommenden Jahres mit den Arbeiten beginnen.
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pvk
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Oderberger Zeitung

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