Oderberg - Die anhaltende Trockenheit sorgt dieses Jahr bereits im Frühling für Probleme in Schifffahrt, Landwirtschaft und Brandschutz. Wie das zuständige Landesamt mitteilt, ist die Waldbrandwarnstufe im Barnim auf die zweithöchste Stufe -4- heraufgesetzt worden. Vielerorts sei der Wald so trocken, dass ein Funken oder eine achtlos weggeworfene Kippe ausreiche, um den Forst in Brand zu setzen, hieß es aus dem Amt. Am Sonntagmittag war die Feuerwehr Finow zu einem Flächenbrand alarmiert worden. Die 2,5 Hektar brennende Grasfläche konnte durch die Feuerwehrleute gelöscht werden, bevor die Flammen auf den angrenzenden Wald übergriffen.
Zwar fiel nach Wetterdaten von statista im März in Brandenburg mit 55 Litern pro Quadratmeter etwas mehr Regen als im langjährigen Mittel (36 Liter), die schwere Dürre des Jahres 2018 konnte dies aber bei Weitem nicht ausgleichen. Von Mai bis November 2018 fehlten in Brandenburg allein zum Durchschnitt 194 Liter je Quadratmeter und auch der Februar 2019 war um 20% zu trocken. Hinzu kommt, dass sich "das Klima in Brandenburg regional sehr unterschiedlich entwickelt", sagt Markus Franz von der Freien Universität Berlin. So seien in den westlichen Landesteilen wie der Prignitz die Niederschläge unterdurchschnittlich, entlang der Oder könne man stellenweise schon wieder von Dürre sprechen.
Oder wieder an der Grenze der Schiffbarkeit
Große Probleme bereitet die akute Trockenheit auch der Schifffahrt auf der Oder. Wie ein Sprecher der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) der Deutschen Presseagentur am Montag sagte, habe die Oder vielerorts nur noch einen Wasserstand von 1,20 bis 1,25 Meter. Für eine geregelte Schiffbarkeit mit den bekannten Schubleichtern seien allerdings 60 bis 80 cm mehr Wassertiefe erforderlich.
Da der Oder-Havel-Kanal durch einen Bombenfund bei Oranienburg bis mindestens Ende Mai gesperrt bleibt (OZ berichtete), ist momentan kein direkter Frachtschiffverkehr zwischen Berlin und Stettin mehr möglich. Die Deutsche Binnenreederei bestätigte, dass die Verbindungen eingestellt seien. Der polnische Speditionsverbund Odra Trans, der viele Binnenschiffe betreibt, sagte der Oderberger Zeitung am Dienstag: "Wir versuchen zur Zeit Frachten auf die Schiene und die Straße zu verlegen".
Erst am Montag hatte eine Datenauswertung des RBB ergeben, dass sich Berlin und Brandenburg auf tiefgreifende Klimaveränderungen einstellen müssten. Sie Journalisten analysierten Vorhersagedaten des Deutschen Wetterdienstes. Bei ausbleibenden Klimaschutzmaßnahmen sagen die Meteorologen bis zum Jahr 2100 subtropische Verhältnisse für die Mark voraus. Dazu gehören bis zu 36 Hitzetage im Jahr (Tageslufttemperatur über 30°C), bis zu 25 Tropennächte (Tiefsttemperatur über 20°C) und nur noch bis zu fünf Eisage (Dauerfrost) im Jahr. Auch wenn die Auswertung keine Aussage zu Flüssen und Pegelständen enthält, wäre dann eine Schiffbarkeit der Oder kaum noch gegeben.
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pvk
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Oderbeger Zeitung
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| Flächenbrand bei Werneuchen im Sommer 2018. Bild: Pvk |
Zwar fiel nach Wetterdaten von statista im März in Brandenburg mit 55 Litern pro Quadratmeter etwas mehr Regen als im langjährigen Mittel (36 Liter), die schwere Dürre des Jahres 2018 konnte dies aber bei Weitem nicht ausgleichen. Von Mai bis November 2018 fehlten in Brandenburg allein zum Durchschnitt 194 Liter je Quadratmeter und auch der Februar 2019 war um 20% zu trocken. Hinzu kommt, dass sich "das Klima in Brandenburg regional sehr unterschiedlich entwickelt", sagt Markus Franz von der Freien Universität Berlin. So seien in den westlichen Landesteilen wie der Prignitz die Niederschläge unterdurchschnittlich, entlang der Oder könne man stellenweise schon wieder von Dürre sprechen.
Oder wieder an der Grenze der Schiffbarkeit
Große Probleme bereitet die akute Trockenheit auch der Schifffahrt auf der Oder. Wie ein Sprecher der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) der Deutschen Presseagentur am Montag sagte, habe die Oder vielerorts nur noch einen Wasserstand von 1,20 bis 1,25 Meter. Für eine geregelte Schiffbarkeit mit den bekannten Schubleichtern seien allerdings 60 bis 80 cm mehr Wassertiefe erforderlich.
Da der Oder-Havel-Kanal durch einen Bombenfund bei Oranienburg bis mindestens Ende Mai gesperrt bleibt (OZ berichtete), ist momentan kein direkter Frachtschiffverkehr zwischen Berlin und Stettin mehr möglich. Die Deutsche Binnenreederei bestätigte, dass die Verbindungen eingestellt seien. Der polnische Speditionsverbund Odra Trans, der viele Binnenschiffe betreibt, sagte der Oderberger Zeitung am Dienstag: "Wir versuchen zur Zeit Frachten auf die Schiene und die Straße zu verlegen".
Erst am Montag hatte eine Datenauswertung des RBB ergeben, dass sich Berlin und Brandenburg auf tiefgreifende Klimaveränderungen einstellen müssten. Sie Journalisten analysierten Vorhersagedaten des Deutschen Wetterdienstes. Bei ausbleibenden Klimaschutzmaßnahmen sagen die Meteorologen bis zum Jahr 2100 subtropische Verhältnisse für die Mark voraus. Dazu gehören bis zu 36 Hitzetage im Jahr (Tageslufttemperatur über 30°C), bis zu 25 Tropennächte (Tiefsttemperatur über 20°C) und nur noch bis zu fünf Eisage (Dauerfrost) im Jahr. Auch wenn die Auswertung keine Aussage zu Flüssen und Pegelständen enthält, wäre dann eine Schiffbarkeit der Oder kaum noch gegeben.
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