Schule Oderberg: Brandschutz ist Millionenprojekt

Oderberg - Der Brandschutz für die Schule Oderberg könnte in den kommenden Jahren eine Million Euro kosten. Das berichtete der beauftragte Planer vom Gutachterbüro Wolff am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss Oderberg. Problematisch seien vor allem die doppelten Rettungswege aus den Klassenräumen, der Einbau einer Brandmeldeanlage und die baulichen Veränderungen für die Entrauchung des Treppenhauses im Brandfall. Das neue Brandschutzkonzpt wurde bereits durch die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Barnim genehmigt. "Wir haben einmal die Grobkosten geschätzt und kommen auf ungefähr eine Million Euro", sagte Bernd Wolff den erstaunten Ausschussmitgliedern.

Erst vor Kurzen ging es bei der Schule um Hangmauer und Toiletten. Bild: Landkreis.


Die Gesamtsumme stieß bei einzelnen Ausschussmitgliedern auf Unverständnis. "Wir haben es hier mit einem nicht unwesentlichen Eingriff in ein denkmalgeschütztes Gebäude zu tun", rechtfertigte der Ingenieur die hohen Kosten für die anstehenden Baumaßnahmen. Allerdings sei es nicht notwendig, alle Investitionen sofort aufzubringen und alle Maßnahmen umgehend umzusetzen. Der Schulbetrieb könne in absehbarer Zeit weitergehen, aber die unmittelbaren Maßnahmen würden dennoch mit 126.000 Euro zu Buche schlagen. Hierzu seien bereits die notwendigen Mittel beim Landkreis beantragt, wie es von Seiten des Amtes Britz-Chorin-Oderberg hieß. Diese "scheibchenweise Sanierung" sei der einzige Weg, den Schulbetrieb mittelfristig zu sichern. Das neue Konzept stelle bereits ein Kompromiss aufgrund der historischen Bausubstanz dar, betonte der Planer.

Lehrer müssen umziehen

Einige Dinge ließen sich auch relativ einfach durch organisatorische Maßnahmen umsetzen. Dazu gehörten beispielsweise die Stellweise der Schulbänke in den Klassenzimmern und der Umzug des Lehrerzimmers ins Obergeschoss. Hintergrund: Klassenräume müssen immer über einen zweiten Fluchtweg verfügen, während Erwachsene auch über die Feuerwehrleiter gerettet werden könnten. Klar sei nach dem Konzept auch, dass das über 100 Jahre alte Gebäude eine Brandmeldeanlage benötigt, die direkt bei der Feuerwehr Oderberg aufgeschaltet wird.

Eine klare Absage erteilte sowohl der Brandschutzgutachter, als auch Amtsdirektor Jörg Matthes (SPD) dem weiteren Ausbau der Schule. "Wir müssen sehen, dass keine zusätzliche Nutzung in Frage kommt und wie wir die Doppelbelastung durch Schule und Hort abfedern", so Matthes. Auch sei der Bau einer neuen Schule finanziell abwegig: "Auch kleinere Schulen kosten inzwischen einen zweistelligen Millionenbetrag", sagte Matthes. Daher sei die Ertüchtigung des historischen Gebäudes geboten und richtig.
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pvk
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Oderberger Zeitung

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