Oderberg - Das Schloss Bad Freienwalde soll verkauft werden. Die Einreichungsfrist für Gebote und Konzepte ende am Donnerstag (21.03.) dieser Woche, teilte die mit der Vergabe beauftragte Firma Brandenburgische Stadterneuerngsgesellschaft (BSG) mbH auf ihrer Internetseite mit. Bieter, die das klassizistische Gebäudeensemble nebst Schlosspark erwerben wollen, brauchen nicht nur das notwendige Kleingeld, sondern vor allem ein rundes Konzept, wie aus der Ausschreibung hervorgeht. Ob bereits Angebote vorliegen und in welcher Höhe sich diese bewegen, ist wegen der laufenden Ausschreibung momentan nicht mitteilungsfähig.
Der Stadt Bad Freienwalde und dem Landkreises Märkisch-Oderland komme es vor allem darauf an, das denkmalgeschützte Ensemble weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Auch das Gedenken an den letzten Schlossherrn, den Industriellen und Politiker Walter Rathenau soll angemessen gepflegt werden. Außerdem legt die Ausschreibung Wert auf die bauliche Erhaltung des Komplexes und die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Wenn auch die Bezüge zu den Zeiten als Kulturhaus, zur Stadt und zum eigentlichen Bau als Sommersitz eines Teils der preußischen Königsfamilie zum Tragen kommen, wären alle Punkte erfüllt.
Stadt und Kreis beauftragen Entwicklungsgesellschaft
Die Nutzung als Kulturhaus mit Gedenkstätte und gastronomischen Angebot wäre ideal für die Stadt, heißt es aus Kreisen der BSG. Wie das genau aussehen kann und warum die Stadt es nicht selbst in Angriff nimmt, gehört zur Kontroverse rund um das Freienwalder Wahrzeichen. Auch wurde nicht bekannt, wieviel Geld die Entwicklungsfirma für die Vermarktung und den Verkauf erhält.
Erst 2012 wurde ein "Masterplan Schloss" entwickelt, der in Auszügen auch Teil der Ausschreibung ist. Damals wurde die Einrichtung und der Betrieb der Gastronomie im Schloss, die Gedenkstätte und der Ausbau sowie die Entwicklung der Flächen in Richtung Georgenkirchhof und Altstadt als Ziel festgeschrieben. Zwar ist die Gedenkstätte "Walter Rathenau" 2017 neu gestaltet worden und Mittwochs bis Sonntags tagsüber geöffnet, die anderen Teile des Areals liegen aber brach und gelten als wirtschaftlich nicht tragbar. Auch die Gedenkstätte war immer wieder geschlossen, weil es an geeignetem Personal fehlte.
Nur 330.000 Euro Marktwert ermittelt
Das Grundstück ist insgesamt mehr als 105.000 Quadratmeter groß. Aufgrund der zahlreichen Auflagen und eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten wurde Marktwert in einem Gutachten mit lediglich 330.000 Euro festgeschrieben. Es ist aber auch denkbar, dass bei Vorlage eines leistungsfähigen Nutzungskonzeptes auch ein Angebot berücksichtigt wird, dass weniger Geld in die Stadtkasse bringt. Zum Vergleich: Selbst mittelgroße Doppelhäuser oder kleinere Stadtvillen mit 1000-2000 Quadratmeter Grundstück kosten momentan mehr.
Bewerben kann sich um die Vergabe aber auch nicht jedermann. In der ersten Stufe werden unter anderem Nachweise der finanziellen Leistungsfähigkeit verlangt. Auch die Zuverlässigkeit wird geprüft. Bewerber müssen zwei Referenzobjekte angeben, die sie bereits entwickelt haben. Damit sollen offenbar Glücksritter und Spekulanten von der Teilnahme abgeschreckt werden. Nach der Auswertung der Bewerbungen soll dann in Verhandlungen um die Konzepte eingetreten werden. Wann genau der Zuschlag erfolgt, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
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pvk
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Oderberger Zeitung
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| Blick auf das Schloss. Bild: Exposé der BSG mbH |
Der Stadt Bad Freienwalde und dem Landkreises Märkisch-Oderland komme es vor allem darauf an, das denkmalgeschützte Ensemble weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Auch das Gedenken an den letzten Schlossherrn, den Industriellen und Politiker Walter Rathenau soll angemessen gepflegt werden. Außerdem legt die Ausschreibung Wert auf die bauliche Erhaltung des Komplexes und die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Wenn auch die Bezüge zu den Zeiten als Kulturhaus, zur Stadt und zum eigentlichen Bau als Sommersitz eines Teils der preußischen Königsfamilie zum Tragen kommen, wären alle Punkte erfüllt.
Stadt und Kreis beauftragen Entwicklungsgesellschaft
Die Nutzung als Kulturhaus mit Gedenkstätte und gastronomischen Angebot wäre ideal für die Stadt, heißt es aus Kreisen der BSG. Wie das genau aussehen kann und warum die Stadt es nicht selbst in Angriff nimmt, gehört zur Kontroverse rund um das Freienwalder Wahrzeichen. Auch wurde nicht bekannt, wieviel Geld die Entwicklungsfirma für die Vermarktung und den Verkauf erhält.
Erst 2012 wurde ein "Masterplan Schloss" entwickelt, der in Auszügen auch Teil der Ausschreibung ist. Damals wurde die Einrichtung und der Betrieb der Gastronomie im Schloss, die Gedenkstätte und der Ausbau sowie die Entwicklung der Flächen in Richtung Georgenkirchhof und Altstadt als Ziel festgeschrieben. Zwar ist die Gedenkstätte "Walter Rathenau" 2017 neu gestaltet worden und Mittwochs bis Sonntags tagsüber geöffnet, die anderen Teile des Areals liegen aber brach und gelten als wirtschaftlich nicht tragbar. Auch die Gedenkstätte war immer wieder geschlossen, weil es an geeignetem Personal fehlte.
Nur 330.000 Euro Marktwert ermittelt
Das Grundstück ist insgesamt mehr als 105.000 Quadratmeter groß. Aufgrund der zahlreichen Auflagen und eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten wurde Marktwert in einem Gutachten mit lediglich 330.000 Euro festgeschrieben. Es ist aber auch denkbar, dass bei Vorlage eines leistungsfähigen Nutzungskonzeptes auch ein Angebot berücksichtigt wird, dass weniger Geld in die Stadtkasse bringt. Zum Vergleich: Selbst mittelgroße Doppelhäuser oder kleinere Stadtvillen mit 1000-2000 Quadratmeter Grundstück kosten momentan mehr.
Bewerben kann sich um die Vergabe aber auch nicht jedermann. In der ersten Stufe werden unter anderem Nachweise der finanziellen Leistungsfähigkeit verlangt. Auch die Zuverlässigkeit wird geprüft. Bewerber müssen zwei Referenzobjekte angeben, die sie bereits entwickelt haben. Damit sollen offenbar Glücksritter und Spekulanten von der Teilnahme abgeschreckt werden. Nach der Auswertung der Bewerbungen soll dann in Verhandlungen um die Konzepte eingetreten werden. Wann genau der Zuschlag erfolgt, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
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