Neuer Wechsellader für den Katastrophenschutz

Eberswalde - Der Landkreis Barnim kann sich in zweierlei Hinsicht über ein neues Fahrzeug freuen. Am Montag übergab der Landrat Daniel Kurth (SPD) der kreiseigenen Barnimer Dienstleistungsgesellschaft mbH (BDG) einen neuen Wechsellader-LKW. Das besondere an dem Fahrzeug: Es soll nicht nur Abrollcontainer mit Müll transportieren, sondern im Katastrophenfall auch einen Abrollbehälter für das Rote Kreuz an den Einsatzort bringen. Wie der Landkreis auf seiner Website berichtet, sei es bereits das zweite Fahrzeug mit einer Doppelnutzung im Bestand eines kommunalen Betriebes. "Wir zeigen damit, dass man auch mit wenig finanziellem Aufwand den Katastrophenschutz im Landkreis ausbauen kann," wird der Landrat auf der Website des Kreises zitiert.

Landrat Kurth (l.) und BDG-Chef Mehnert bei der Übergabe. Bild: LK Barnim


Der Laster vom Typ MAN TGA 26.420 versieht normalerweise seinen Dienst auf der Deponie im Eberswalder Ostend, wo er Papiercontainer im Werksverkehr transportiert. Wenn allerdings der Katastrophenfall eintritt, wird anstelle der gelben Warnleuchte das Blaulicht angeschaltet. Auch ein Martinshorn und ein Feuerwehrfunkgerät sind auf dem LKW verbaut. Der Abrollcontainer für den Notfall steht ebenfalls an der Deponie, so dass das Fahrzeug bei Alarmierung innerhalb von zehn Minuten ausrücken soll. Der Neupreis für das Nutzfahrzeug beträgt 180.000 Euro. Für die Alarmierbarkeit und Doppelnutzung hat der Landkreis 15% der Anschaffungskosten übernommen. Inwieweit er sich auch an den laufenden Kosten des LKW beteiligt, wurde nicht bekannt.

Kleines Feldlazarett für den Notfall

In dem Abrollcontainer für den MAN befindet sich Material für einen Behandlungsplatz 25. Hinter der Sperrigen Amtsbezeichnung verbirgt sich ein Sanitätszelt mit Ausstattung und Zubehör, welches die Behandlung von 25 Verletzten Personen pro Stunde ermöglicht. Freiwillige Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) und der Deutschen Roten Kreuz (DRK) würden das kleine Lazarett im Ernstfall aufbauen. Die Sanitäter und Notärzte kämen vom Regelrettungsdienst.

Mit der Doppelnutzung ist der Landkreis Barnim ganz am Puls der Zeit, da hierdurch enorme Kosten gespart werden. Normalerweise sind der Erhalt und die Unterhaltskosten für den Fahrzeugpark einer der Hauptausgabepunkte im Katastrophenschutz. Viele der Autos werden dann nach 30 Jahren Standzeit mit niedrigen vierstelligen Kilometerständen zum Beispiel über die bundeseigene Verwertungsgesellschaft VEBEG weiterverkauft. Das erste Mal wurde die Idee der Doppelnutzung bei der Barnimer Busgesellschaft (BBG) umgesetzt. Sie fährt einen Bus mit Blaulicht im Regelbetrieb, der bei Rettungseinsätzen oder im Katastrophenfall ebenfalls direkt als mobile Wärmehalle, Transportgerät oder Konferenzraum zur Einsatzstelle eilt.
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pvk
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Oderberger Zeitung

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