Mit Pfeil, Bogen und der HNEE gegen Wildschweine

Oderberg / Potsdam - Das Landwirtschaftsministerium will die Jagd mit Pfeil und Bogen auf Wildschweine erlauben. "Wir müssen aufgrund der starken Präsens von Schwarzwild einfach neue Wege gehen, um den Jagddruck auch in bewohnten Gebieten aufbauen und halten zu können", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag dem Radiosender "BB-Radio". Zuvor hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet, dass die ersten Ausnahmegenehmigungen für diese exotische Variante der Jagd auf die Schwarzkittel gerade ausgestellt würden. Das Ministerium hatte bereits am Freitag eine entsprechende Erklärung verbreitet.

Sportgerät und Jagdwaffe - der Bogen. Bild: Bogenjagdverband.


Die Jagd mit Pfeil und Bogen soll in Stadtrandgebieten zum Einsatz kommen, in denen der Einsatz von Schusswaffen zu gefährlich oder aus anderen Gründen nicht zulässig wäre. Das Schwarzwild wage sich immer öfter auch in bewohnte Gebiete und Innenstädte. Die Tiere sind auf Nahrungssuche und können mitunter auch dem Menschen gefährlich werden. Auch sind sie häufig für schwere Wildunfälle verantwortlich. So wurden zwischen Oderberg und Parsteinsee in der Nacht zum 09. September letzten Jahres vier junge Leute schwer verletzt, als ihr Wagen mit einem Wildschwein kollidierte. Auch für den einzigen für einen Menschen tödlichen Wildunfall 2018 war am Heiligabend bei Kloster Lehnin ein Wildschwein verwickelt.

Interessant ist die Jagd mit dem klassischen Instrument nicht nur für die Bogenschützen und die betroffenen Gemeinden im Speckgürtel von Berlin. Bisher haben Standort und Kleinmachnow Interesse an der Bogenjagd zu erkennen gegeben. Auch die Wissenschaft interessiert sich. Nach Medieninformationen laufen zurzeit Gespräche mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung (HNEE) in Eberswalde, das Vorhaben wissenschaftlich zu begleiten.
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pvk
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Oderberger Zeitung

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