Die braune Tonne kommt nach Oderberg

Oderberg - Im zweiten Quartal gibt es für die Haushalte im Amt Britz-Chroin-Oderberg Zuwachs im Müllhäuschen. Die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft mbH stattet alle Haushalte mit der braunen Tonne aus. Darin sollen Bioabfall und kompostierbarer Müll gesammelt werden, der dann gesondert verwertet anstelle entsorgt werden kann. "Ab dem 15. April wird die BDG mbH mit der flächendeckenden Verteilung der brauen Tonne im Amt beginnen", teilt das Amt Britz-Chorin-Oderberg auf seiner Homepage mit. In der vergangenen Woche gingen an alle Haushalte im Amtsbereich Infoschreiben raus. Darin wird über die Handhabung der neuen Tonne informiert.

Wandlitz Bürgermeisterin Radant und BDG Chef Mehnert bei der Einführung der Biotonne. Bild: LK Barnim


In die Tonne gehören demnach nur organische und kompostierbare Abfälle wie Zweige, Blätter, Grünschnitt aber auch Küchenabfälle. Kaffeefilter und Teebeutel, verdorbenes Essen ohne Verpackung oder auch Schnittblumen. Allerdings müssen Fleisch und Knochen sowie die Erde zu den Blumen weiterhin im Hausmüll entsorgt werden. Zusätzliche Kosten kommen auf die Bürger durch die Tonne wohl nicht zu, da sich mit der Biomasse Geld verdienen lässt. Wer die Tonne partout nicht will, kann sie mit einem Formblatt bei der BDG abbestellen. Das selber kompostieren bleibt auf eigenen Grundstücken nach Auskunft des Ordnungsamtes weiterhin gestattet. Bereits seit Längerem verboten ist hingegen das Verbrennen von Gartenabfällen und Grünschnitt auf illegalen Kleinfeuern im Garten. Lediglich Brauchtumsfeuer (Osterfeuer u.a.) oder Grillfeuer zur Nahrungszubereitung seien erlaubt.

Biomasse als lukratives Geschäft

"Bioabfall ist für ein Entsorgungsunternehmen ein gutes Geschäft", sagt Martin Brandt von der Deutschen Umwelthilfe im Gespräch mit der Oderberger Zeitung, "je nach Aufkommen und Vertrag lässt sich aus der Biomasse Strom und Wärme gewinnen oder nach einer Kompostierung der Mutterboden weiterverkaufen". Zu DDR-Zeiten wurden die organischen Abfälle noch gesammelt und in der industriellen Landwirtschaft verfüttert, woher auch die bis heute erinnerlichen Beinamen "Schweinetonne" oder "Speck-Tonne" stammen. Das ist lange vorbei. Heute ist das Verhältnis Biogas zu Kompostmasse etwa 80% zu 20%, wenn es um die Entsorgung von Bioabfall geht. Der macht übrigens rund die Hälfte unseres Hausmülls aus.

Leider ist der Landkreis nicht gerade Vorreiter, was die Entsorgung von Bioabfällen angeht. Gesetzlich ist die getrennte Verwertung bereits seit Jahren vorgeschrieben. Im vergangenen Jahr fand sich der Landkreis auf einer schwarzen Liste von 32 deutschen Landkreisen, die hier noch säumig in der Umsetzung waren. Im vergangenen Jahr wurde die Biotonne zunächst im südlichen Barnim - rund um Wandlitz und Bernau - eingeführt. Nun ziehen die anderen Ämter nach.

Die erste Abfuhr der Biotonne ist am 02. Mai geplant. Danach werden die braunen Tonnen alle 14 Tage geleert. Da der Faulungsprozess bereits in der Tonne beginnt, rät die BDG die Tonnen im Sommer schattig und im Winter frostfrei stehen zu lassen. Während andere Entsorger die Tonnen bei jeder Leerung gegen saubere Exemplare austauschen und großindustriell reinigen, sollen die Biotonnen bei der BDG nur geleert werden. Das Unternehmen rät, die Biotonne mit einer Lage Zeitungspapier auszukleiden und feuchte Abfälle in Küchenpapier oder Zeitung zu Kleiden, um das Leeren zu erleichtern.
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pvk
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Oderberger Zeitung

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