Alte Oder: Sand ist weg, Schäden bleiben

Oderberg - Eine Woche nachdem Bausand an der Alten Oder nahe des Sportplatzes abgeladen worden war, ist das Erdreich von dort wieder entfernt worden. "Die Firma Bohlen&Doyen GmbH wurde beantragt die wilde Verkippung zu beseitigen. Außerdem wurde eine Beprobung des Materials vor Ort vorgenommen", erklärte die Leiterin des Ordnungsamtes im Amt Britz-Chorin-Oderberg, Solveig Spann, auf eine Anfrage der Oderberger Zeitung am späten Montagnachmittag.

Hier wurde Bausand abgekippt. Der ist nun weg. Schön sieht es am Ufer aber nicht aus. Bild: pvk


Die Probenentnahme und das Abfahren habe unverzüglich stattgefunden, nachdem die Behörden Kenntnis von der illegalen Entsorgung erhalten hätten, schreibt die Amtsleiterin weiter. Neben dem Amt Britz-Chorin-Oderberg sei der Landkreis und die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes als Grundstückseigentümer beteiligt gewesen.

Sand ist weg - Boden aufgewühlt

Freigelegter Kabelstrang. Foto: pvk
Am Montag waren am Ufer der Alten Oder die beiden Bausandhaufen fort. Allerdings sind Reste des Abraums deutlich zu erkennen, da der Bausand eine andere Farbe als das übrige Erdreich hat. Auch sieht man im nassen Boden die Bodenverletzungen durch Baggerschaufeln und Reifenspuren schwerer Fahrzeuge. Das Erdreich ist aufgewühlt und aufgebrochen. Auch ein Kabelstrang wurde bei den Arbeiten offenbar freigelegt.

Unklar sei nach Auskunft des Amtes, wer für die wilde Entsorgung des Bausandes die Verantwortung trägt. Spann bestätigte, dass ein Verfahren anhängig sei und man sich gegenwärtig in der "Anhörung- und Beweissicherungsphase" befinde. Angaben zu Verfahrensbeteiligten und möglichen Konsequenzen, machte die Amtsleiterin nicht. Gegenüber der Oderberger Zeitung haben mehrere Anwohner die Firma Bohlen&Doyen GmbH als die Firma bezeichnet, die den Bausand an der Alten Oder abgeladen hat. Das genau diese Firma nun "beauftragt" wurde, den Sand abzutransportieren, wirft zumindest Fragen auf. Es ist momentan ebenfalls fraglich, ob die Firma für diesen Auftrag eine Bezahlung erhält.

Mit Baggerschaufeln aufgebrochener Boden an der Alten Oder.
Bild: pvk
Verein hält sich bedeckt

Bereits in einer früheren Anfrage wollte sich der Verein Perspektive Oderberg e.V. nicht zu dem Vorgang äußern. Vereinsvorsitzende Heike Fröhlich hatte gegenüber er Oderberger Zeitung erklärt, von der Abladung des Sandes zu wissen. Ob die Masse auf Betreiben des Vereins dort abgeladen wurde, wollte sie nicht bestätigen. Man befinde sich bezüglich der Fläche in intensiven Gesprächen, sagte sie weiter.

Genau an der Stelle der Verklappung hatte der Verein bei der letzten Sitzung des Stadtentwicklungsausschuses die Einrichtung eines Rastplatzes mit Badestelle angeregt und auch ins Gespräch gebracht, dass die Baufirma Bohlen&Doyen GmbH den Abraumsand aus dem Pipelinebau gern für Projekte in der Stadt Oderberg spenden würde, anstelle ihn abzufahren und kostenpflichtig zu entsorgen. Wir berichteten.

Ob es sich um eine Aktion des Vereins gehandelt haben könnte, um für den Bauplatz am Fluss Fakten zu schaffen und beispielsweise der Projektierung eines Krautlagerplatzes zuvor zu kommen, wollte weder im Amt noch beim Verein jemand kommentieren. Für die illegale Entsorgung von Abraum können empfindliche Strafen von bis zu 50.000 Euro verhängt werden.
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pvk
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Oderberger Zeitung
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Journalistischer Hinweis: Der Autor dieses Beitrages befindet sich in einer anderen Sache in einem Rechtsstreit mit der bezeichneten Baufirma, weshalb eine Stellungnahme der Firma zum Vorgang nicht eingeholt werden konnte. Dennoch bemüht sich der Autor die Rolle der Firma journalistisch neutral wiederzugeben. 

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