Finowkanal: Schleuse Ragöse wird zum Hindernis

Oderberg - Der Finowkanal wird nicht wie geplant Ende April den Betrieb aufnehmen können. Wie das Wasserstraßenamt (WSA) Eberswalde mitteilte, verzögern sich die Bauarbeiten an der Schleuse Ragöse. Demnach müssen an dem Flussbauwerk die Tore nicht nur saniert, sondern zu großen Teilen oder sogar vollständig ausgetauscht werden.

Schleuse Ragöse im Frühjahr. Bild: KAG.

 „Aufgrund der Vielzahl sehr alter Bauwerke unseres Reviers in schlechtem Bauwerkszustand müs- sen wir fortwährend unsere Arbeitsabläufe anpassen. Dies führt bedauerlicherweise in Einzelfällen zu Verzögerungen oder Einschränkungen der Schifffahrt", erklärte der Amtsleiter Peter Münch in einer Presseinformation. 

Da die über 100 Jahre alten Schleusentore als Einzelanfertigung produziert und dann vor Ort eingepasst werden müssen, kann es durchaus sein, dass der Finowkanal die gesamte Saison 2019 über nicht durchgängig motorisiert schiffbar ist und Kanuten an der Schleuse am Fuße des Eberswalder Ostens umtragen müssen.

Besonders bitter wäre dies für den Verein Unser Finowkanal e.V., der zusammen mit Freunden und Förderern der ältesten noch schiffbaren europäischen Kanals am 18. Mai in Eberswalde ein internationales Hafenfest zum 400-jährigen Jubiläum des Wasserweges ausrichten will. Erst Anfang des Jahres wurden staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen einen CDU-Politiker bekannt. Er soll als Arbeitgeber der Schleusenwärter des Kanals gegen Arbeitszeitregeln verstoßen haben. Der Verein und die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes teilten sich in den vergangenen Jahren die Personalgestellung an den 12 Schleusen und einer Klappenbrücke entlang der gut 31 Kilometer langen Wasserstraße.#pvk##Oderberger Zeitung

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